aesopica.
ENFRESDEIT
FabelNº 12

Das Wiesel und der Hahn

Ein Wiesel fing einen Hahn und suchte nach einem glaubwürdigen Vorwand, um ihn zu fressen. Es warf ihm vor, die Menschen durch sein nächtliches Krähen zu belästigen und ihnen den Schlaf zu rauben. Der Hahn entgegnete, er tue es zu ihrem Nutzen, damit sie rechtzeitig zur Arbeit aufwachten. Darauf beschuldigte ihn das Wiesel eines widernatürlichen Verbrechens, weil er sich mit seiner eigenen Mutter und seinen Schwestern paare. Der Hahn erwiderte, auch das diene seinen Besitzern, denn dadurch legten die Hennen viele Eier. «Nun gut», rief das Wiesel, «du magst noch so viele schöne Ausreden haben, aber ihretwegen werde ich nicht hungern.» Und es verschlang ihn.

Eine böse Natur, die Schaden anrichten will, tut es offen, sobald sie sich nicht mehr hinter einer schönen Maske verbergen kann.
Moral
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