aesopica.
ENFRESDEIT
FabelNº 298

Der Treuhänder und der Eid

Ein Mann wollte eine ihm anvertraute Hinterlage unterschlagen. Als der Eigentümer einen Eid verlangte, ging er unruhig aufs Land. Vor dem Stadttor traf er einen Lahmen, der sich als der Eid vorstellte und sagte, er bestrafe Übeltäter. Auf die Frage, wie oft er in die Städte zurückkehre, antwortete er: «Nach vierzig, manchmal nach dreissig Jahren.» Am nächsten Tag schwor der Mann ohne Zögern falsch. Sofort erschien der Eid, um ihn zu bestrafen. Der Mann protestierte, er habe doch von dreissig Jahren gesprochen. Der Eid antwortete: «Wer mich absichtlich herausfordert, den besuche ich noch am selben Tag.»

Die göttliche Strafe hält sich an keinen festen Zeitplan.
Moral
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