aesopica.
ENFRESDEITPT
FabelNº 110

Hermes und Teiresias

Hermes wollte die Seherkunst des Teiresias prüfen und erfahren, ob er die Wahrheit sagte. Deshalb stahl er auf dem Land dessen Ochsen, kam dann in der Gestalt eines Sterblichen zu ihm in die Stadt und nahm bei ihm Quartier. Als Teiresias vom Verlust seines Gespanns erfuhr, nahm er Hermes mit an den Stadtrand, um ein Vorzeichen für den Diebstahl zu beobachten. Er bat Hermes, ihm zu sagen, welchen Vogel er sehe. Zuerst sah Hermes einen Adler von links nach rechts fliegen und meldete es. Teiresias sagte, dieser Vogel betreffe sie nicht. Beim zweiten Mal sah der Gott eine Krähe auf einem Baum sitzen, die bald zum Himmel blickte, bald den Kopf zur Erde neigte. Als Hermes davon berichtete, sagte der Seher: «Diese Krähe schwört bei Himmel und Erde, dass es allein von dir abhängt, ob ich meine Ochsen zurückerhalte.»

*Ein Dieb kann sich selbst verraten, wenn er versucht, seine Tat zu verbergen.
Moral

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