aesopica.
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FabelNº 6

Der Adler mit den gestutzten Flügeln und der Fuchs

Ein Mann fing einen Adler, stutzte ihm die Flügel und liess ihn in seinem Hühnerhof unter den Hennen leben. Der Vogel liess den Kopf hängen und frass nicht, wie ein König in Gefangenschaft. Ein anderer Mann kaufte ihn, bestrich seine Schwungfedern mit Salbe und brachte sie wieder zum Wachsen. Als der Adler erneut aufflog, fing er einen Hasen und brachte ihn dem Mann als Geschenk. Ein Fuchs, der das sah, sagte: «Gib ihn nicht diesem Mann, sondern deinem ersten Herrn. Der zweite ist ohnehin von Natur aus freundlich. Gewinne den ersten für dich, damit er dich nie wieder fängt und dir die Flügel stutzt.»

Vergilt einem Wohltäter seine Hilfe grosszügig und halte gefährliche Menschen vorsichtig auf Abstand.
Moral

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