Ein Mann wollte eine ihm anvertraute Hinterlage unterschlagen. Als der Eigentümer einen Eid verlangte, ging er unruhig aufs Land. Vor dem Stadttor traf er einen Lahmen, der sich als der Eid vorstellte und sagte, er bestrafe Übeltäter. Auf die Frage, wie oft er in die Städte zurückkehre, antwortete er: «Nach vierzig, manchmal nach dreissig Jahren.» Am nächsten Tag schwor der Mann ohne Zögern falsch. Sofort erschien der Eid, um ihn zu bestrafen. Der Mann protestierte, er habe doch von dreissig Jahren gesprochen. Der Eid antwortete: «Wer mich absichtlich herausfordert, den besuche ich noch am selben Tag.»
Die göttliche Strafe hält sich an keinen festen Zeitplan.Moral
Nº 55Der SchwindlerEin armer Mann war schwer krank und versprach den Göttern, ihnen hundert Ochsen zu opfern, falls sie ihn vor dem Tod retteten. Die Götter wollten ihn…Fabel lesen →
Nº 3Der Adler und der FuchsEin Adler und ein Fuchs wurden Freunde und beschlossen, nahe beieinander zu wohnen. Doch der Adler stiess von seinem hohen Nest herab, raubte die…Fabel lesen →
Nº 10Der athenische SchuldnerIn Athen drängte ein Gläubiger seinen Schuldner zur Zahlung. Dieser bat zunächst unter Hinweis auf seine Not um mehr Zeit. Als das nichts half,…Fabel lesen →Eine Fabel, jeden Sonntag, in deinem Postfach.