Eine auf einem Auge blinde Hirschkuh ging ans Meer und begann dort zu weiden. Ihr gesundes Auge hielt sie zum Land gerichtet, um nach Jägern Ausschau zu halten; das blinde wandte sie dem Meer zu, von dem sie keine Gefahr erwartete. Einige Männer, die an dieser Stelle vorbeisegelten, sahen sie, zielten und erschossen sie. Im Sterben sagte sie zu sich: «Wie elend bin ich! Ich beobachtete das Land, das ich voller Fallen glaubte. Das Meer, bei dem ich Zuflucht erwartete, war für mich viel tödlicher.»
Unsere Erwartungen täuschen uns oft: Was bedrohlich wirkt, kann uns helfen, und was sicher erscheint, kann uns schaden.Moral
Nº 104Die Hirschkuh und der Löwe in der HöhleEine von Jägern verfolgte Hirschkuh kam zum Eingang einer Höhle, in der ein Löwe lebte. Sie ging hinein, um sich zu verstecken, wurde jedoch vom…Fabel lesen →
Nº 6Der Adler mit den gestutzten Flügeln und der FuchsEin Mann fing einen Adler, stutzte ihm die Flügel und liess ihn in seinem Hühnerhof unter den Hennen leben. Der Vogel liess den Kopf hängen und frass…Fabel lesen →
Nº 9Die Nachtigall und die SchwalbeEine Schwalbe drängte die Nachtigall, unter den Dächern der Häuser bei den Menschen zu nisten, wie sie selbst es tat. Doch die Nachtigall lehnte ab.…Fabel lesen →Eine Fabel, jeden Sonntag, in deinem Postfach.