Ein geiziger und zugleich ängstlicher Mann fand einen goldenen Löwen und sagte: «Ich weiss nicht, was in dieser Lage aus mir werden soll. Der Schrecken raubt mir den Verstand, und ich kann mich nicht entscheiden. Meine Liebe zum Reichtum kämpft gegen meine natürliche Feigheit. Welcher Zufall oder welcher Gott hat einen goldenen Löwen geschaffen? Was mir widerfährt, entzweit meine Seele: Sie liebt das Gold, fürchtet aber das daraus geschaffene Tier. Das Verlangen treibt mich, es zu ergreifen, mein Wesen hält mich zurück. O Schicksal, das etwas anbietet und doch nicht nehmen lässt! O Schatz, der keine Freude bereitet! Was soll ich tun? Ich werde meine Diener holen, damit sie den Löwen gemeinsam tragen. Ich selbst werde aus der Ferne zusehen.»
*Reichtum ist nutzlos für Menschen, die weder wagen, ihn anzurühren, noch ihn zu verwenden.Moral
Nº 344Der GeizhalsEin Geizhals verwandelte sein ganzes Vermögen in einen Goldbarren und vergrub ihn. Jeden Tag kam er, um ihn anzusehen. Ein Arbeiter beobachtete ihn,…Fabel lesen →
Nº 2Der StatuenverkäuferEin Mann schnitzte eine hölzerne Statue des Gottes Hermes und brachte sie auf den Markt, doch kein Käufer kam näher. Um jemanden anzulocken, rief er…Fabel lesen →
Nº 26Der Fischer und die SprotteEin Fischer liess sein Netz ins Meer hinab und zog eine Sprotte herauf. Weil sie so klein war, bat sie ihn, sie noch nicht mitzunehmen, sondern wegen…Fabel lesen →Eine Fabel, jeden Sonntag, in deinem Postfach.